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Wo Steuern zahlen?

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Eine Firma - zwei Staaten: Wo sind dann die Steuern zu zahlen? Weitverbreitet ist der Irrtum, dass man mit einer ausländischen Gesellschaft automatisch in dem Land Steuern zahlt, aus dem die Gesellschaft ursprünglich stammt, was zunächst logisch klingt. Englische Firmen zahlen demnach Ihre Steuern immer in England - doch das österreichische Steuerrecht sieht eine andere Regelung vor, bzw. ist es ein Staatsvertrag, der transnationale Fälle regelt: Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Österreich und Grossbritannien von 1969 (inzwischen durch Revisionsprotokolle erweitert).

Es hat Vorrang vor den nationalen Gesetzen wie etwa der Bundesabgabenordnung (BAO) oder dem Körperschaftsseuergesetz (KStG), die ebenfalls Aussagen zur steuerlichen Zugehörigkeit von natürlichen oder juristischen Personen in Östereich treffen. Den Sinn dieses Doppelbesteuerungsabkommens offenbart die genaue Bezeichnung:"Abkommen zur Vermeindung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerumgehung bei den Steuern von Einkommen".

Es soll einerseits verhindert werden, dass in beiden Länder Steuern anfallen, was zu einer inakzeptablen Doppelbelastung führen würde. Ebenso soll aber auch verhindert werden, dass gar keine Steuern bezahlt werden, weder in Österreich noch in Großbritannien.
Das Doppelbesteuerungsabkommen ist recht umfangreich und auch komplex. Die Kernaussage im Hinblick auf Kapitalgesellschaften verdichtet sich aber auf eine einfache Faustregel: Eine Gesellschaft ist immer in dem Land steuerlich ansässig, von dem aus sie verwaltet wird - was in der Regel das Land ist, in dem der oder die Geschäftsführer ansässig sind.


Ort der Geschäftsleitung entscheidet

Das Doppelbesteuerungsabkommen ist recht umfangreich und auch komplex. Die Kernaussage im Hinblick auf Kapitalgesellschaften verdichtet sich aber auf eine einfache Faustregel: Es kommt in steuerlichen Fragen nicht auf die Lage von (Miet-)Adressen oder Bankkonten an, sondern auf den Ort, von dem aus eine Gesellschaft gelenkt wird und von wo aus sich die Willensbildung vollzieht. Eine Gesellschaft ist deshalb immer in dem Land steuerlich ansässig, von dem aus sie verwaltet wird - was in der Regel das Land ist, in dem der oder die Geschäftsführer ansässig sind.

Diese Definition führt dazu, dass sich die Bedeutung des Ausdrucks „Firmensitz“ zweiteilt und von der umgangssprachlichen Bedeutung abweicht. Denn auch wenn die Geschäftsleitung einer Limited in Österreich ansässig ist, „sitzt“ die Limited ja nach wie vor in England. So steht es zumindest auf dem Papier – in der Satzung der Gesellschaft. Dieser Sitz wird deshalb auch als Satzungsitz bezeichnet.

Ein englischer Satzungssitz ist bei Limited Companies dabei zwingend notwendig. Denn ohne englischen Satzungssitz wäre sie auch keine Kapitalgesellschaft nach englischem Recht. Eine Kapitalgesellschaft mit Satzungssitz in Österreich wäre stets eine österreichische GmbH oder AG. Eine Gesellschaft mit Satzungssitz Frankreich wäre eine S.A.R.L. (Société à responsabilité limitée, französische GmbH). Der Satzungssitz einer Firma bestimmt also das (Gesellschafts-)Recht, nach dem sich eine Gesellschaft konstituiert. Er kann nicht verlegt werden, ohne dass die Gesellschaft sich auflöst. Der Sitz der Geschäftsleitung, und damit der Verwaltungssitz, hingegen schon.
 
Eine englische Limited ist also nicht immer und per se in England steuerpflichtig, nur weil sie aus England stammt, sondern der  Verwaltungssitz der Gesellschaft entscheidet, in welchem Land die Unternehmenssteuern abgeführt werden müssen. Wird eine Limited beispielsweise von zwei Leuten aus Wien gegründert, die beide dort auch wohnen und die Geschäftsleitung übernehmen, wird damit der Verwaltungsitz der Limited nach Österreich verlegt. Eine solche "österreichische Limited" ist vollumfänglich in Österreich steuerpflichtig - und zwar mit ihrem gesamten Welteinkommen - also völlig unabhängig davon, woher die Einkünfte stammen. 

In Österreich ist eine Limited Company dann den GmbHs und AGs gleichgestellt, weil steuerrechtlich nicht zwischen der Herkunft von Kapitalgesellschaft unterschieden wird. Sie unterliegt den Steuerarten Körperschaftssteuer und - abhängig vom Umsatz - meist auch der Mehrwertsteuer.